


PHIL'S PHILOSOPHIE
Dreißig Speichen umgeben eine Nabe:
In ihrem Nichts besteht des Wagens Werk.
Man höhlet Ton und bildet ihn zu Töpfen:
In ihrem Nichts besteht der Töpfe Werk.
Man gräbt Türen und Fenster, damit die Kammer werde:
In ihrem Nichts besteht der Kammer Werk.
Darum: Was ist, dient zum Besitz. Was nicht ist, dient zum Werk.
(Laotse)
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Vor über zwanzig Jahren, im Jahr 2002, entdeckte der Diplom-Designer Philip Offermanns seine Faszination für die „Ästhetik der Leere“.
Das Ergebnis war eine Reihe von künstlerischen Arbeiten mit dem Titel „Der Abdruck des Nichts“.
Dieses Werk fängt den Moment ein, in dem Ein- und Ausatmung aufeinandertreffen 'Kumbhaka', in dem sich der Schaum der Gischt einer brechenden Welle vom Strand zurückzieht – der Augenblick, in dem die Welle nicht mehr Welle ist, jedoch auch noch nicht zurückgeflossen ist. Der exakte Wendepunkt, jener Bruchteil einer Sekunde, in dem die Zeit stillzustehen scheint. Der Übergang, der Moment höchster Spannung kurz vor der Umkehrung - Das Nichts, der Nullpunkt, die Leere – 'Shunyata'.
Zwei Jahre später stieß er zufällig auf die Philosophie von Lao Tzu, die seinen Ansatz nachhaltig prägte. Zwar lässt sich diese Philosophie auf unterschiedliche Weise interpretieren, doch der Kern bleibt klar.
Die Idee, nicht die äußere Form zu schaffen, sondern den Raum, die Leere, das Nichts – einen Raum, der dem Menschen dient, um darin zu wirken, zu gestalten und zu leben – prägt seinen Designprozess bis heute tiefgreifend.
